Glossar
AdBlue®: Standardisierte, synthetisch hergestellte Harnstofflösung. AdBlue® ist unschädlich, farb- und geruchslos. Die Lösung wird bei der Selective Catalytic Reduction-Technologie (→SCR) dem Abgasstrom von Fahrzeugen beigemischt und reduziert chemisch den Schadstoffanteil in Abgasen.
AGR: System der gekühlten Abgasführung in Fahrzeugen. Dabei wird einem Teil des Abgases Frischluft beigemischt. Das entstehende Gemisch aus Frisch- und Abgas wird dann wieder dem Brennraum zugeführt; es besitzt einen auf das Volumen bezogen niedrigeren Brennwert. Dadurch verringert sich der bei der Verbrennung entstehende Stickoxid-Anteil im Abgas. Zwar wird durch dieses Verfahren der Partikelanteil im Schadstoffausstoß erhöht, dies gleicht jedoch der nachgeschaltete →MAN PM-KAT aus. In Kombination mit dem MAN PM-KAT® Filter wird dieses System ausschließlich von MAN für den Einsatz in MAN Nutzfahrzeugen angeboten. Damit lassen sich die Schadstoffemissionen erheblich reduzieren. Die Gesamtlösung erfüllt die Anforderungen der →Euro-4-Norm ohne zusätzliche Additive, eine → Euro-5 Version wird MAN zusätzlich anbieten.
Biodiesel: Aus Pflanzenöl und Methanol hergestellter, umweltverträglicher Kraftstoff. Bei der Biodiesel-Herstellung werden pflanzliche Öle zu Antriebsstoffen umgewandelt. Generell eignen sich dazu fast alle Pflanzenöle, zum Beispiel aus Raps oder Sojabohnen, sowie tierische Fette und Altspeiseöle. In Europa besteht Biodiesel in den meisten Fällen aus Rapsölmethylester. Biodiesel ist neben Bioethanol zur Zeit der einzige →Biokraftstoff, der schon industriell hergestellt wird. Er kann je nach Bauart der zu betankenden Maschine in Reinform getankt werden. Generell ist es möglich, bis zu fünf Prozent Biodiesel zu herkömmlichem Kraftstoff beizumischen, welcher für den Antrieb konventioneller Aggregate gedacht ist. Bis zu diesem Mischverhältnis sind keine technischen Anpassungen der Motoren nötig.
Bioethanol: →Ethanol wird heute fast ausschließlich aus Mais oder Getreide hergestellt. Wird das Ethanol aus pflanzlichen Abfällen, Holz, Stroh oder Ganzpflanzen hergestellt, bezeichnet man es auch als Zellulose-Ethanol und damit als →Biokraftstoff der zweiten Generation. Chemisch gesehen gibt es keinen Unterschied zwischen Bioethanol und synthetisch hergestelltem Ethanol aus fossilen Kohlenstoffträgern. Die in der als Rohstoff dienenden Biomasse enthaltene Stärke wird enzymatisch in Glukose aufgespalten und diese anschließend mit Hefepilzen zu Ethanol vergoren. Ethanol kann als Treibstoff für Ottomotoren, Brennstoffzellen und Turbinen eingesetzt werden, in Fahrzeugen wie auch zur stationären Stromerzeugung. Dabei werden reines Ethanol (sog. E100) und Mischungen aus Ethanol mit Benzin oder anderen Alkoholen (zum Beispiel →Methanol) verwendet.
Biokraftstoffe: Aus →Biomasse hergestellte Antriebsstoffe. Sie zeichnen sich durch ihre besondere Umweltverträglichkeit aus. Die derzeit wichtigsten sind →Biodiesel, →Bioethanol, →BTL-Kraftstoffe und →Biomethan. Ein wichtiger Unterschied bei den Kraftstoffen ist der jeweilige Ausgangsstoff. Experten unterscheiden in diesem Zusammenhang zwischen Biokraftstoffen der ersten und der zweiten Generation. Zur Herstellung von Biodiesel (ein Kraftstoff der ersten Generation) können verfahrensbedingt nur die Knollen oder Samen von Pflanzen verwendet werden. Das macht den Biodiesel nicht nur relativ teuer, es bringt ihn auch in Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung. Für die Herstellung von Biokraftstoffen der zweiten Generation (BTL-Kraftstoffe) genügt Biomasse in jeglicher Form. Das Verfahren ist allerdings sehr aufwändig und befindet sich noch in der Erprobungsphase. Die einzigen Biokraftstoffe, die heute bereits industriell produziert werden, sind Biodiesel und Bioethanol.
Biomasse: Zum einen organisches Restmaterial aus der Land- und Forstwirtschaft, zum anderen schnell wachsende, genügsame Pflanzen wie Ziergräser. Weiterhin kommen als Biomasse in Betracht: Restholz, Altpapier, Biokompost, Stroh, Laub, Heu, Maiskolben etc.
Biomethan: Gas, das bei der anaeroben (sauerstofffreien) Vergärung von organischem Material entsteht. Als Rohstoffe für die Produktion von Biomethan (oder Biogas) kommen somit vergärbare, biomassehaltige Reststoffe wie Klärschlamm, Bioabfall oder nicht genutzte Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteile in Frage. Der Methananteil im Biogas ist besonders wertvoll: Je höher der Anteil, desto energiereicher ist das Gas. Weitere Bestandteile sind Wasserdampf und Kohlendioxid. Kritisch sind vor allem der Schwefelwasserstoff und der Ammoniakanteil im Biogas: Beide chemisch aggressiven Substanzen müssen entfern werden, da sie die Gasmotoren im Betrieb schädigen würden. In Deutschland wird Biogas meist als Brennstoff für Blockheizkraftwerke verwendet. Es wird jedoch auch über die Einspeisung von Biogas in Erdgasleitungen nachgedacht.
Brennstoffzelle: Aggregat zur Erzeugung elektrischer Energie. Innerhalb der Brennstoffzelle findet eine chemische Reaktion von →Wasserstoff und Sauerstoff statt. Der Antrieb ähnelt vom Aufbau her einem Sandwich: Zwischen gasdurchlässigen Elektroden aus Grafitpapier befindet sich ein Elektrolyt, zum Beispiel eine protonen-leitende Kunststoffmembran (PEM). Wasserstoff und Sauerstoff werden durch diesen Elektrolyten voneinander getrennt und tauschen Elektronen aus. Der Elektronenfluss macht die Zelle zum Stromerzeuger. Eine einzelne Zelle erzeugt nur eine geringe Spannung, aus diesem Grund werden mehrere Zellen zu sogenannten Stacks (Brennstoffzellen-Stack) hintereinander geschaltet. Die so erzeugte Energie treibt schließlich einen an die Brennstoffzelle angeschlossenen Elektromotor an. Vorteile dieser Art der Stromerzeugung sind der hohe Wirkungsgrad und die Umweltfreundlichkeit. Etwa 40 bis 60 Prozent der Energie des Wasserstoffs werden in Strom umgewandelt. Als Abfallprodukt entsteht lediglich reines Wasser. Allerdings weist diese Technologie auch Nachteile auf: Wasserstoff ist zum einen schwierig zu produzieren. Wird er aus fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas gewonnen, ist der Umweltvorteil weitgehend dahin, optimal wäre die Wasserstoffproduktion mit Strom aus Solaranlagen. Zum anderen sind Transport und Lagerung von Wasserstoffs kompliziert: So muss er unter hohem Druck, tiefgekühlt oder in Metallhydriden gelagert werden.
BTL (Biomass-to-Liquid): Synthetisch hergestellter →Biokraftstoff, für dessen Herstellung beinahe alle Arten von →Biomasse als Ausgangsstoff genutzt werden können. Die Biomasse wird vergast und aus dem Gas durch chemische Synthese flüssiger Kraftstoff gewonnen. Das komplizierte Verfahren zur Herstellung von BTL-Kraftstoffen befindet sich noch in der Erprobungsphase.
Carbon Disclosure Project (CDP): Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation, welche sich zum Ziel gesetzt hat, mehr Transparenz bei umweltschädlichen CO2-Emissionen zu erreichen. Im Namen der Investoren erhebt das CDP jährlich Daten zu CO2-Emissionen, Klimarisiken und Reduktionszielen und -strategien, die freiwillig von den Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Mit Hilfe dieser Angaben hat es das Carbon Disclosure Project geschafft, das weltweit größte, frei verfügbare Emissionsregister zu CO2-Emissionen von Unternehmen aufzubauen. MAN wurde 2010 in den Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI) aufgenommen, der die Transparenz zu klimaschutzrelevanten Informationen bewertet.
CO2 (Kohlendioxid): Eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, die zur Gruppe der Kohlenstoffoxide gehört. Kohlendioxid oder Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Es ist ein natürlicher Bestandteil der Luft und entsteht unter ausreichender Sauerstoffzufuhr genauso bei der vollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen (Kohle, Erdöl, etc.) als auch im Organismus von Lebewesen als Kuppelprodukt der Zellatmung. Das CO2 wird dabei über den Atem abgegeben. Umgekehrt sind Pflanzen, manche Bakterien und Archaeen in der Lage, CO2 durch die Kohlenstoffdioxid-Fixierung in Biomasse umzuwandeln. So produzieren Pflanzen beispielsweise bei der Photosynthese aus anorganischem CO2 Glukose.
Compliance: bezeichnet die Maßnahmen zur Einhaltung von Regeln. Sie bezieht sich nicht nur auf Gesetze, sondern ebenso auf unternehmenseigene Richtlinien, internationale Normen und Standards sowie freiwillige Verhaltenskodizes. MAN hat seit 2009 ein Compliance-System implementiert, für das der Chief Compliance Officer verantwortlich ist. Compliance ist ein Element der Corporate Governance.
Corporate Governance: bezeichnet den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Führung und Kontrolle in Unternehmen. Die Regeln können von verschiedenen Akteuren gesetzt werden (z. B. Gesetzgeber, Mitarbeiter, Management, Aufsichtsrat etc.) und sind dementsprechend in Gesetzen, Unternehmensleitbild, Code of Conduct oder anderen Richtlinien festgeschrieben. Folglich können Corporate Governance-Regeln verpflichtend oder auch unverbindlich ausgestaltet sein. Bei MAN regelt ein Industrial Governance System, wie die Aufgaben und die Verantwortung zwischen der MAN-Zentrale und den Bereichen verteilt sind.
Corporate Responsibility (CR): steht für eine verantwortungsbewusste und transparente Unternehmensführung, die ökonomische, ökologische, soziale und gesellschaftliche Interessen ausgewogen berücksichtigt. CR umfasst dementsprechend Belange des Umweltschutzes, der Mitarbeiterinteressen sowie des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen und bezieht die vorgelagerten Stufen (Supply Chain) in die unternehmerische Verantwortung ein. Weiterhin gehören zu CR auch Fragen der Unternehmensführung und -kontrolle.
Corporate Responsibility-(CR)-Bericht: Darstellung der Leistungen und Aktivitäten eines Unternehmens in Bezug auf die jeweilige nachhaltige Entwicklung. Ein ausführlicher CR-Bericht ist neben dem Geschäftsbericht als wichtiger Bestandteil der Informationspolitik von Unternehmen zu sehen. MAN berichtet seit 2010 nach den Richtlinien der Global Reporting Initiative. Der aktuelle CR-Bericht der MAN SE ist im Downloadbereich dieser Seite zu finden.
CR-Strategie: umfasst die strategischen Zielsetzungen, die sich aus den Herausforderungen und → Megatrends ableiten. Bei der Aufstellung der CR-Strategie wird die Relevanz der Themen für die einzelnen Geschäftsprozesse analysiert, um grundsätzliche Zielsetzungen für diese abzuleiten. Welche Schwerpunkte gesetzt werden, legt die Positionierung fest. MAN SE hat 2009 seine CR-Strategie grundlegend überarbeitet. Diese zeichnet sich durch einen integrierten Ansatz aus, der → CR in alle Elemente der Unternehmensstrategie einbettet.
CR-Management: steht gemäß der Querschnittsfunktion von → Corporate Responsibility für die übergreifende strategische Koordination von Nachhaltigkeitsaktivitäten. Ziel ist es, Risiken zu minimieren, das Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden, Behörden und der Gesellschaft in das Unternehmen zu sichern und Zukunftschancen zu erschließen. Dies erfordert ein koordiniertes und zielorientiertes Zusammenwirken verschiedener Unternehmensbereiche von Unternehmensentwicklung über Personal, Umweltschutz bis hin zu Einkauf und Compliance mit ihren je eigenen Aufgaben und Abläufen. Für ein erfolgreiches CR-Management hat MAN ein achtköpfiges CR-Excellence-Team zusammengestellt, in dem Experten aus den Teilkonzernen und Mitarbeiter in zentralen Funktionen vertreten sind. So trägt die → CR-Strategie von MAN nicht nur der internationalen Struktur der Unternehmensgruppe Rechnung, sondern auch der Integration von CR in die Unternehmenskultur, die Geschäftsstrategie und die operativen Prozesse.
Dieselhybrid: →Hybridantrieb
Direkte Emissionen: Direkte Emissionen werden vom Unternehmen direkt verursacht und können von dieser somit direkt gesteuert werden. Direkte Emissionen entstehen bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und durch die Verflüchtigung anderer Treibhausgase. Sie sind damit prognostizierbar und quantifizierbar.
Dow Jones Sustainability Indizes (DJSI): sind eine Familie von Aktienindizes, die neben ökonomischen, auch ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen. Die DJSI sind in globale, europäische und nordamerikanische Index-Gruppen unterteilt. Die Aufnahme in einen dieser Indizes bestimmen je zur Hälfte generelle und branchenspezifische Kriterien. Spezielle Indizes werden außerdem durch den Ausschluss bestimmter Branchen (z. B. Glücksspiel, Alkohol, Tabak, Waffen) gebildet.
D20 Common Rail: Von MAN Truck & Bus entwickelte, innovative Motorenbaureihe. Die D20 Common-Rail Motoren zeichnen sich durch einen außergewöhnlich niedrigen Kraftstoffverbrauch und niedrige Emissionswerte aus. Somit arbeiten die Motoren äußerst umweltfreundlich. Realisiert wurden diese Eigenschaften unter anderem durch die Verwendung der Common-Rail-Technologie.
D26 Common Rail: Motoren von MAN Truck & Bus, die für eine außergewöhnliche Umweltfreundlichkeit stehen. Erreicht wird diese einerseits durch einen niedrigen Kraftstoffverbrauch in Verbindung mit niedrigen Emissionswerten, andererseits durch den Einsatz moderner Abgastechnologien wie dem →AGR-System oder der →SCR-Technologie.
EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle): Der gegenwärtig anspruchsvollste Abgasstandard für Busse und Lkw. Die Anforderungen übertreffen die der ab September 2009 bei Lkw und Bussen für alle neuen Fahrzeugtypen gültigen Euro-5-Norm.
EMAS: Europäisches Umweltmanagementsystem der öffentlichen Hand mit dem Behörden und öffentliche Einrichtungen ihre Handlungspotenziale systematisch, eigenverantwortlich und effektiv nutzen können. EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme und gibt über die entsprechenden Steuerungs-, Regelungs- und Kontrollmechanismen einen Rahmen vor, wie die Beachtung von Umweltaspekten in die tägliche Arbeit integriert und der betriebliche Umweltschutz kontinuierlich verbessert werden kann. Dabei werden nicht nur die internen Arbeitsabläufe, sondern auch indirekt umweltrelevante Wirkungen des Verwaltungshandelns im Umweltmanagement berücksichtigt.
Ethanol: Alkohol, der durch Oxidation von Ethan entsteht. Ethanol wird häufig aus Naturprodukten gewonnen (→Bioethanol), kann aber auch synthetisch hergestellt werden. Ethanol eignet sich unter anderem als Kraftstoffkomponente für konventionelle Antriebsstoffe und kann so deren Umwelteigenschaften verbessern.
Euro V / Euro VI: Abgasnormen der Europäischen Union (EU). Die Standards halten Grenzwerte für in Abgasen enthaltene Schadstoffe fest, wie Kohlenmonoxid, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe, und Partikel (Diesel). Zum 31. Dezember 2013 wird die derzeitige Euro-5-Norm für Nutzfahrzeuge durch die strengere Euro-6-Norm ersetzt.
Global Compact der Vereinten Nationen: Der Global Compact ist ein weltweiter Pakt der Vereinten Nationen, der Unternehmen aufruft, zehn Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung umzusetzen. Er bildet mit seinen mehr als 7 000 teilnehmenden Unternehmen heute das weltweit größte und bedeutendste Netzwerk für unternehmerische Verantwortung. Als freiwillige Lern- und Diskussionsplattform bietet er den Teilnehmenden die Möglichkeit des Austauschs und der Vernetzung, um eine gerechtere Ausgestaltung der Globalisierung voranzutreiben. MAN ist seit 2010 Mitglied im UN Global Compact.
Global Reporting Initiative: Die Global Reporting Initiative (GRI) ist eine weltweite, unabhängige Initiative, die international anerkannte Standards der Nachhaltigkeitsbewertung und -berichterstattung entwickelt. Sie bildet einen Rahmen für die freiwillige Corporate Responsibility-Berichtserstattung von Unternehmen mit dem Ziel, Globalisierung sozial- und umweltverträglich zu gestalten. Der GRI-Rahmen beinhaltet Standardleitfäden für alle Unternehmen sowie branchenspezifische Ergänzungen. Der GRI-Index eines Corporate Responsibility-Berichts gibt dabei eine Übersicht, welche Standardangaben des aktuellen GRI-Leitfadens auf welcher Seite im Bericht aufgeführt werden.
GTL (Gas-to-Liquid): Synthetisch hergestellte, flüssige Kraftstoffe. GTL (oder Synfuel) wird aus Erdgas gewonnen und kann normalem Diesel oder Benzin zur Verbesserung der Umwelteigenschaften beigemischt werden. Synfuel ist schwefelfrei. Durch diese Eigenschaft bedient GTL auch zukünftige EU-Vorschriften: So sollen ab 2009 Diesel und Benzin mit einem Schwefelgehalt von mehr als 10 mg/kg Kraftstoff verboten werden. GTL-Anlagen zur Herstellung von Synfuel sind inzwischen weltweit zu finden. Die größten im arabischen Katar, wo das größte Erdgasvorkommen der Welt liegt.
Hybridantrieb: Kombination von zwei oder mehreren unabhängigen Antriebsaggregaten. Am häufigsten sind Kombinationen aus Verbrennungsmotor und Elektromotor. Dabei arbeitet der Elektromotor als Generator: Während der Brems- und Verzögerungsphasen eines Hybridfahrzeugs wird Energie rückgewonnen und in einer Batterie zwischengespeichert. So lassen sich zum Beispiel bei der Stop-and-Go-Fahrt im Stadtverkehr deutliche Kraftstoffeinsparungen erreichen. Trotz des niedrigen Verbrauchs der Hybridantriebe ist deren Einsatz (noch) mit Nachteilen verbunden: Das System ist in der Herstellung aufwändig und teuer. Vor allem die Stromspeicher, Nickel-Metallhydride oder neuerdings Lithium-Ionen, beanspruchen viel Platz und erhöhen das Gewicht. Zudem haben diese wiederaufladbaren Batterien eine deutlich geringere Lebensdauer als die Motoren. Die Herstellung eines Hybridantriebes verbraucht zudem deutlich mehr Energie als die eines herkömmlichen Aggregats.
Indirekte Emissionen: Indirekte Emissionen sind Emissionen, die außerhalb des Unternehmens entstehen, aber von diesem trotzdem durch vorherige und nachfolgende Prozessen verursacht werden. Sie wirken sich somit ebenfalls negativ auf die Umwelt.
ISO 14001: Die weltweit angewandte ISO-Norm zum Umweltmanagement aus dem Jahr 1996 wurde nach mehrjähriger Überarbeitung am 15. November 2004 als ISO 14001:2004 durch die International Organisation for Standardization (ISO) veröffentlicht und gleichzeitig als europäische Norm übernommen. Den Status einer deutschen DIN-Norm erhielt sie mit ihrer Veröffentlichung am 1. Februar 2005 erhalten. Der deutsche Titel lautet DIN EN ISO 14001:2005 ("Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung").
Klimastrategie: Viele Unternehmen beeinflussen in immer größerem Maße den Klimawandel. Manche Unternehmen, darunter auch MAN, sehen sich in der Verantwortung, zur Reduktion des globalen CO2-Fußabdrucks beizutragen und entwickeln eine Klimastrategie. Diese haben die Reduktion von CO2-Emissionen zum Ziel – häufig sowohl die aus der eigenen Produktion als auch die der eigenen Produkte. MAN hat sich in seiner 2011 verabschiedeten Klimastrategie ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Die eigenen CO2-Emissionen um 25 % bis 2020 zu reduzieren.
Materialität: Materialität beschreibt die wahrgenommene Wesentlichkeit unterschiedlicher Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen und seine Stakeholder. Zur Bestimmung der relevanten Schnittmenge der unterschiedlichen Wesentlichkeitsempfindungen wird eine Materialitätsanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse lassen sich beispielsweise in einer zweidimensionalen Materialitätsmatrix übersichtlich darstellen.
Megatrends: Trends beschreiben signifikante Veränderungen und Strömungen in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft. Megatrends stellen die Bündelung solcher Trends dar und gehen mit tiefgreifenden gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen einher. Sie erstrecken sich auf alle Weltregionen und prägen die Märkte der Zukunft. Megatrends beeinflussen alle Akteure – Regierungen, Individuen und ihr Konsumverhalten, aber auch Unternehmen und ihre Strategien.
Methanol: Primärer, einwertiger Alkohol. Als Rohstoff für die Methanolherstellung wird überwiegend Erdgas eingesetzt. Methanol kann in verschiedenen Varianten als Kraftstoff verwendet werden. Die Weltjahresproduktion lag im Jahr 2005 bei circa 30 Mio t. Einer der größten Hersteller ist die Methanol Holdings Ltd. (Trinidad) in Trinidad mit einer Produktionsmenge von 4 Mio. t/a (Stand 2005).
Nachhaltigkeit: bezeichnet das langfristige Ausbalancieren wirtschaftlicher, sozialer wie ökologischer Interessen und Aspekte. Nachhaltige Entwicklung ist ein gesellschaftliches und volkswirtschaftliches Leitbild, das 1987 von der Brundtlandt-Kommission beschrieben wurde. Der Brundtland-Bericht charakterisiert eine nachhaltige Entwicklung so, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generation zu gefährden, deren Bedürfnisse befriedigen zu können.
OHSAS 18001: Die Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS 18001) bilden eine Norm zur Einführung eines standardisierten Arbeitsschutzmanagement-Systems. Damit soll der betriebliche Gesundheitsschutz und die Unfallvermeidung im Unternehmen an festen Standards und Vorgehensweisen ausgerichtet werden. OHSAS 18001 ist eng an ISO 9001 und ISO 14001 angelehnt und in über 80 Ländern bereits vertreten, doch im Gegensatz zu den ISO-Normen ist OHSAS 18001 nicht weltweit gültig.
Partikelfilter: Auch Diesel- oder Rußpartikelfilter genannt, reduziert Partikel wie Ruß oder unverbrannte Kohlenwasserstoffe in den Abgasen von Dieselmotoren. In MAN Nutzfahrzeugen kommt der eigens entwickelte MAN PM-KAT® in Verbindung mit der von MAN eingesetzten →AGR-Technologie zum Einsatz.
Prüfbescheinigung: Die Prüfbescheinigung wird durch einen unabhängigen Dritten, wie zum Beispiel einen Wirtschaftsprüfer, erstellt. Sie versichert, dass keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die zur Annahme veranlasst haben, dass die ausgewählten Angaben für das Berichtsjahr im CR Bericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den Kriterien des zugrunde gelegten Prüfungsstandards erstellt worden sind. MAN erstellt seinen CR-Bericht entsprechend der Sustainability Reporting Guidelines Vol. 3 der GRI und erfüllte mit dem CR-Bericht 2011 die höchste Anwendungsebene A+. Unseren vollständigen CR-Bericht 2011 haben wir einer umfassenden und unabhängigen Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterziehen lassen.
Ressourceneffizienz: Ressourcen sind Einsatzmittel und Güter, die für die Produktion oder Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen benötigt werden. Darunter fallen auch die natürlichen Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffe. Je weniger Ressourcen für die Herstellung eines Produktes eingesetzt werden müssen, desto ressourceneffizienter ist seine Erzeugung.
Stickstoffoxid (NOx): Farb- und geruchloses Gas. Stickstoffoxid reagiert mit Sauerstoff zu NO2 (Stickstoffdioxid). Stickstoffoxide oder Stickoxide entstehen bei Verbrennungsvorgängen aus dem Stickstoff der Luft, sie sind mitverantwortlich für die Bildung von Ozon und tragen darüber hinaus maßgeblich zur Bildung von saurem Regen bei.
SCR: Abgastechnologie, die hohen Emissionsvorschriften wie der Euro-5-Norm gerecht wird. Die Abkürzung steht für Selective Catalytic Reduction oder Selektive katalytische Reduktion. Mit der Technologie lassen sich effektiv die →Stickstoffoxid-Emissionen reduzieren. In einem Keramik-Katalysator, dem SCR-Kat, wird dem Abgasstrom das Reduktionsmittel AdBlue beigemischt. Dadurch werden die Stickoxide in Wasserdampf und elementaren Stickstoff umgewandelt einen natürlichen Bestandteil der Luft. So lässt sich eine Stickoxid-Reduktion von über 80% erreichen.
Synthetische Kraftstoffe: Kraftstoffe, die in speziellen Verfahren synthetisch aus verschiedenen Ausgangsstoffen hergestellt werden. Sie sind chemisch sehr rein und verbrennen deshalb schadstoffarm. Diese Kraftstoffe können entweder aus Erdgas (→Gas-To-Liquid, GTL) oder aus Rest- und Abfallbiomasse sowie so genannten Energiepflanzen (→Biomass-To-Liquid, BTL) hergestellt werden.
TA-Luftvorschriften: Stehen in Zusammenhang mit dem Bundes–Immissionsschutzgesetz. Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) wurde am 30. Juli 2002 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht und trat damit zum 1. Oktober 2002 in Kraft. Die TA Luft 2002 konkretisiert die Anforderungen, die bei der Genehmigung von industriellen und gewerblichen Anlagen von den zuständigen Vollzugsbehörden zu beachten sind. Die TA Luft 2002 hat einen Immissions- und einen Emissionsteil. Der Immissionsteil enthält Vorschriften zum Schutz der Nachbarn vor unvertretbar hohen Schadstoffbelastungen, zum Beispiel aus Industrieanlagen. Dabei wird die Anlagenzulassung an europäisches Recht angepasst. Der Emissionsteil enthält Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen und legt entsprechende Emissionswerte für alle relevanten Luftschadstoffe fest. Dabei werden nicht nur neue Industrieanlagen erfasst, sondern auch Anforderungen an Altanlagen formuliert. Sie müssen nach angemessenen Übergangsfristen grundsätzlich an den Stand der Technik und damit an das Emissionsniveau von Neuanlagen herangeführt werden. Die Umweltanforderungen der EU für genehmigungsbedürftige Anlagen sind medienübergreifend (Luft, Wasser, Boden) unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Anlagensicherheit, der Energieeffizienz und ähnlicher betroffener Bereiche.
Wasserstoff: Treibstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge, der häufig in Wasser oder Kohlenwasserstoffen gebunden vorliegt. Theoretisch ist Wasserstoff in Verbrennungsmotoren wie auch in der Brennstoffzelle einsetzbar, allerdings ist nur der Einsatz in der Brennstoffzelle emissionsfrei. Hier entsteht beim Verbrennungsvorgang lediglich reines Wasser. Zudem ist die Verwendung von Wasserstoff in Brennstoffzellen wesentlich effizienter: Im Vergleich zum Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors ist der einer Brennstoffzelle ungefähr doppelt so hoch. Wasserstoff kann nur bei -253 Grad Celsius in flüssiger Form oder unter einem Druck von 350 bar in Gasform in Tanks gespeichert werden, worin ein Nachteil seiner Verwendung liegt. Die Produktion von Wasserstoff verbraucht zudem sehr viel Energie, die Umweltbilanz wird dadurch negativ beeinträchtigt. Lediglich die Produktion mit Hilfe von regenerativen Energien ist weitgehend CO2-neutral. Der Einsatz von Wasserstoff ist deshalb erst dann ökologisch sinnvoll, wenn zu seiner Herstellung keine fossilen Kraftstoffe verwendet werden müssen.

